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TAUSCHEN WAS DAS ZEUG HÄLT

Die umtriebige Mona Knorr berät hauptberuflich kreative Unternehmer_innen, Außerdem liebt sie reisen, Brot backen, Kaffee, gutes Essen, gärtnern und wandern, die Natur, Nachhaltigkeit und handgefertigte Dinge. Dokumentiert dies unter ansteckend-anders.de und auf Instagram.

 

Hat sie in 2016 nur Second-Hand geshoppt, so schraubt sie in diesem Jahr die Messlatte höher:

2017 wird nur noch getauscht!

Was ist deine eigene Motivation hinter dem Kleidertausch?

 

Mit Bye Buy zeigt ihr ja schön auf, wie viele Ressourcen die Produktion von neuer Kleidung beansprucht und unter welchen Bedingungen sie produziert wird. Motiviert durch einige ertauschte Lieblingsstücke habe ich 2016 versucht, nur Second Hand-Kleidung zu kaufen (Ausnahme: Unterwäsche und Socken).

 

Es gibt in München viele Läden mit einer großen Auswahl (etwa ReSales, die Läden der DIAKONIA oder den Weißen Raben), außerdem Plattformen wie Kleiderkreisel oder diverse Tauschgruppen auf Facebook – die Umsetzung war also ziemlich einfach und bis auf eine dringend benötigte, fahrradtaugliche Winterjacke (die ich dann bei DearGoods gekauft habe) habe ich das ganze Jahr durchgehalten.

 

Aber tatsächlich auch zwei, drei Fehlkäufe im Second-Hand-Shop getätigt, die ich dann vertauschen musste. Für 2017 habe ich die Herausforderung nochmal nach oben geschraubt:

Nur Tauschen ist dieses Jahr erlaubt. Das klappt bisher ganz gut – mittlerweile besteht etwa die Hälfte meines Kleiderschranks aus Second Hand-Kleidung, ohne dass ich irgendetwas vermisse.

Dazu kommt, dass ich auch bei allen anderen Sachen – Accessoires, Schmuck, Einrichtung – mittlerweile sehr darauf achte, lokal und von kleinen Unternehmen produzierte Sachen zu kaufen. Nicht mehr zur Zielgruppe für all diese Shoppingclubs, Riesenkaufhäuser und Sale-Newsletter zu gehören, ist wirklich großartig und macht das Leben deutlich entspannter!

Wie seid ihr auf die Idee zum Kleidertausch gekommen?

 

Angefangen hat alles im Frühjahr 2014 mit einem öffentlichen Kleidertausch, den ich damals mit meiner Freundin Steffi zusammen im siebenmachen Atelierladen organisiert habe. Wir hatten vorher hin und wieder mal Klamotten getauscht und waren der Meinung, dass in unseren Kleiderschränken noch viele Stücke schlummern, die im Freundeskreis sicher gute Verwendung finden würden.

 

Beim ersten Kleidertausch hatten wir noch ein Tauschsystem – für jedes mitgebrachte Teil hat man eine bestimmte Anzahl Punkte bekommen – aber das hat bei den Kleidermengen nicht richtig funktioniert. Deshalb haben wir einfach getauscht und nach den Veranstaltungen die übrigen Kleider der DIAKONIA oder dem Weißen Raben gespendet. Insgesamt sieben Mal haben wir die öffentliche Kleidertauschrunde organisiert – seit einem Jahr treffen wir uns nur noch privat. Wir sind immer zwischen vier und acht Freundinnen und obwohl wir alle unterschiedliche Figurtypen sind, klappt das Tauschen hervorragend. Und wir haben immer einen echt schönen Nachmittag oder Abend.

Warum tauscht ihr lieber, anstatt zu verkaufen?

 

Jedes Kleidungsstück, das man nicht mehr trägt, hat für einen selbst meist einen Wert – weil man beim Kauf viel Geld dafür ausgegeben hat, weil man es zu einem bestimmten Anlass getragen hat, weil es mal ein Lieblingsstück oder gar ein Geschenk war oder weil es selbstgenäht ist. Es ist viel schöner zu sehen, dass so ein Stück mit Freude von einer Freundin weitergetragen wird als es für wenige Euro auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Mittlerweile ist es oft so, dass ich beim Aussortieren von Kleidung schon überlege, welcher Freundin das Stück gut stehen könnte.

 

Und es haben sich bereits „Tauschtandems“ ergeben – meiner Freundin Mona etwa passen all die Hosen, die bei mir nicht richtig sitzen.  Und es kommt vor, dass man sich ein echtes Lieblingsstück ertauscht: Wenn die Freundin einem zwei Monate nach dem Treffen erzählt, dass mein Jeansrock zum meistgetragenen Kleidungsstück avanciert ist, freut mich das! Mir selbst geht es ähnlich wie mit alten Möbeln:

Wenn ich eine Hose trage, die vorher einer Freundin gehört hat, hat mein Outfit ein bisschen mehr Geschichte. Das schätze ich mittlerweile sehr und das ist nochmal ein Vorteil gegenüber gekaufter Second-Hand-Kleidung.

Welche Vorteile hat Tauschen noch?

 

Beim Kleidertausch probiert man auch Sachen an, die eigentlich außerhalb der eigenen Komfortzone liegen.  Und hat – zumindest in unserem Fall – eine ehrliche Runde um sich, die sagt, ob einem das Kleidungsstück steht. Und wenn man merkt, dass man die bunte Hose oder das Blümchenkleid im Alltag doch nicht getragen hat, bringt man es zum nächsten Kleidertausch einfach wieder mit.

 

Außerdem kann man sich leichter von Stücken trennen, an denen man sich sattgesehen hat, die aber eigentlich noch tragbar wären. Manchmal bringe ich solche Kleidungsstücke zum Tausch mit – finden sie einen neuen Besitzer, gebe ich sie weiter. Neulich ist mein ehemaliges Lieblingskleid nach einem Jahr in Steffis Besitz zu mir zurückgekehrt und wird seitdem wieder mit großer Begeisterung getragen. Mittlerweile geben uns auch Geschwister, andere Freundinnen oder unsere Mütter Kleidung mit, die wir beim Kleidertausch in die Runde werfen. Und weil wir in unserer Gruppe auch eine Schneiderin und einige Hobbynäherinnen haben, werden manche Stücke nach dem Tausch noch ein wenig geändert, damit sie passen.

Was braucht man, um einen privaten Kleidertausch zu organisieren?

 

Kleidertauschen klappt sogar in kleiner Runde mit vier oder fünf Personen. Je kleiner die Gruppe, desto wichtiger ist es, dass es bei den Kleidergrößen keinen groben Ausreißer nach unten oder oben gibt, denn dann ist die Enttäuschung, dass man nichts findet, vorprogrammiert. Allerdings wissen wir alle, dass Kleidergrößen insgesamt wenig Aussagekraft haben und man unabhängig vom Etikett alles einfach mal anprobieren sollte.

 

Aus der Erfahrung unserer öffentlichen Kleidertauschparties ist es wichtig, dass die Regeln klar sind: Sobald jemand doch lieber Geld für die mitgebrachten Klamotten möchte oder versucht, Kleidung zum Wiederverkauf abzugreifen oder selbst nur schäbige, alte Stücke mitbringt, kann die Stimmung in so einer Runde schnell kippen. Das war auch für uns der Grund, von einer öffentlichen zu einer privaten Runde zu wechseln. Ansonsten: Spiegel, ggf. ein paar Nadeln, um Kleidung vor Ort zum Ändern abzustecken und eine Kleiderstange oder ein großes Bett, auf dem man alle Stücke ausbreiten kann.

Danke Dir, liebe Mona, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Nun sind wir alle für unsere nächste Kleidertauschparty bestens gerüstet!

 

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